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Maßnahmen gegen Spätfrostschäden im Obstbau

30/03/2021

Spätfröste sind jedes Frühjahr eine Bedrohung für den Obstanbau. In den nächsten Wochen erreichen die Obstkulturen die hierfür kritischen Wachstumsstadien. So ist beispielsweise der Apfel insbesondere ab dem Rotknospenstadium besonders gefährdet. In diesem Studium genügen laut der FAO -2,8°C, um einen Schaden von 10 % zu verursachen. Bei -5,9°C werden jedoch bereits 90 % der Knospen geschädigt. Die nachfolgenden Stadien sind sogar noch gefährdeter. So genügen zum Blühbeginn bereits -4°C um 90 % der Blüten zu erfrieren.

Um die Temperaturen innerhalb des Obstbestandes zu erhöhen, können in bestimmten Wetterlagen (Inversionswetterlagen), warme Luft von oben, in den kalten Bestand, nach unten geblasen werden. Hierzu können mobile Windanlagen oder Gebläse verwendet werden. Auch die Benutzung eines Hubschraubers wäre denkbar, aber unwirtschaftlich. Bei Verwendung von Gebläse-Technik muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht durch Verdunstungskälte weiter abgekühlt werden. Die Luft sollte dementsprechend feucht und die Pflanze möglichst trocken sein.

Eine weitere Möglichkeit die Bestandes-Temperatur zu erhöhen ist, mittels Feuer, Wärmeenergie zu produzieren. Dieser Effekt funktioniert besonders gut, wenn der Bestand durch einen Tunnel oder ein Foliendach abgeschirmt wird. Jedoch ist hierbei selbstverständlich auf die Brandgefahr zu achten. In der Praxis werden oft s.g. Frostkerzen benutzt. Diese mit 5-6 l Paraffin oder Stearin gefüllten Eimer brennen etwa 8-10 h lang. Ein Einsatz von ca. 300 Eimern pro Hektar und Nacht kann somit recht kostenintensiv sein. In einem Freilandversuch der bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau konnten so 2017, die Temperaturen innerhalb eines Aprikosenbestandes um 1°C erhöht werden. Dies zeigt, dass viel Wärmeenergie, durch die fehlende Überdachung verloren geht. Denkbar ist auch eine Verbrennung von Holz, Kohle oder Stroh. Zu bedenken ist aber, dass die Rauch- und Funkenentwicklung teils sehr stark wäre. Weiterhin ist das Feuer schlecht kontrollierbar und müsste regelmäßig nachgelegt werden, was einen Arbeitsaufwand von 2-3 Personen/ha über die gesamte Nacht bedeutet. Die einzig sinnvolle Alternative sind hier Pellet-Öfen, die mit einer Füllung von 10 kg etwa 7-8 h Brenndauer erreichen.

Ebenfalls sehr aufwendig, aber nicht überall durchführbar, ist eine Frostschutzberegnung. Hierfür werden große Wassermengen (35 m3 je h und ha) benötigt, welche vermutlich nicht in jeder Obstplantage verfügbar sind. Ein Zufrieren der Wasserleitungen muss selbstverständlich auch verhindert werden, indem die Anlage ab 0°C aktiviert wird. Die Wärme entsteht bei dieser Methode, indem das Wasser Energie an die Umgebung abgibt, wenn es den Aggregatzustand, von flüssig zu fest, wechselt. Zu beachten ist jedoch auch hier, dass es bei Wind (>2 m/s), zur vermehrten Verdunstungskühlung kommt und so der wärmende Effekt zunichte gemacht werden kann. Während man bei Kernobst über den Kronen und somit die gesamte Pflanze beregnen kann, ist dies bei Kernobst nicht zu empfehlen. Da die Blüten hier noch empfindlicher sind, kann hier nur unter der Kronenhöhe beregnet werden. Temperaturerhöhungen bis 2°C sind mit diesem Prinzip möglich.

Bei beiden Frostberegnungsvarianten besteht eine Gefahr durch Staunässe. Weiterhin können bei der Überkronenberegnung Äste unter der Belastung brechen, es kommt zu Nekrosen und das Befallsrisiko von Monilia und Pseudomonas syringae wird gesteigert.

Eine mögliche Maßnahme zur Prävention von Frostereignissen ist, bei der Standortauswahl, Senken zu meiden, in denen sich Kaltluft sammeln könnte. Weiterhin kann eine Folie oder ein Flies die Bodenwärme länger im Bestand halten, es besteht jedoch auch die Gefahr, Sonneneinstrahlung ungewollt abzuschirmen. Eine Methode den Boden stärker zu erwärmen, ist das Gras besonders kurz zu halten, sodass die Sonneneinstrahlung diesen stärker erwärmt.

 Spätfrostschäden kann weiterhin mittels einer Kali-Blattdüngung kurzfristig vorgebeugt werden. Complesal® K Max wirkt hier schnell und verursacht, dank der Sulfat-Form, keine Schäden an empfindlichen Kulturen. Das Kalium setzt die Gefriertemperatur in der Zelle herab und hat gleichzeitig eine osmotische Wirkung. Der erhöhte Zellinnendruck (Turgor) senkt die Gefriertemperatur weiterhin. Schließlich schützt Kalium, durch die osmotische Wirkung und besserer Regelung der Stomata, zusätzlich vor Frosttrocknis.

 Lagerschäden, wie die Fleischbräune oder Lentizellenflecken, werden durch einen Calcium-Mangel während der Fruchtbildung verursacht. Dieser Mangel kann durch eine frost-bedingte Schädigung der Rosettenblätter verursacht werden. Die, in diesen Blättern enthaltenen Calciumpumpen, arbeiten somit ungenügend und ein Mangel kann nur noch sehr aufwendig, durch anhaltende Ca-Blattdüngung verhindert werden. Eine präventive Ca-Blattdüngung steigert jedoch die Stabilität und den Zusammenhang von Zellverbänden und Zellmembranen und kann somit bereits die Schädigung der Rosettenblätter verhindern. Complesal® Ascofol Ca kombiniert bei der Ca-Blattdüngung, den stabilisierenden Effekt des Calciums, mit den biostimulierenden Effekten des Braunalgenextraktes (Ascophyllum nodosum). Dieses Extrakt schützt die Pflanze vor osmotischem Stress, wie er beispielsweise durch anhaltenden Frost verursacht wird. Eine präventive Behandlung mit Complesal® Ascofol Ca sollte deshalb etwa 7 Tage vor einem Spätfrostereignis geschehen, damit beide Komponenten vollständig aufgenommen und eingelagert werden können. Alle Complesal®-Produkte wirken weiterhin als Verdunstungshemmer und verhindern so, dass bereits beschriebene, zusätzliche Abkühlen der Blüten und Knospen bei Wind und trockener Luft.

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

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