Neuigkeiten

Servicepost

15/02/2021

Im folgenden Artikel erfahren Sie, warum einerseits einige phosphorhaltige Blattdünger nicht immer einen tatsächlichen Düngeeffekt haben, sie Pflanzenschutz auch im ökologischen Landbau ermöglichten und schließlich, warum diese dort seit 2013 nicht mehr erlaubt sind.

Phosphor wird von der Pflanze vorwiegend als Dihydrogenphosphat (H2PO4) aufgenommen. Phosphordünger enthalten deshalb oft Ammoniumhydrogenphosphat, Superphosphat oder Doppelsuperphosphat. Phosphate sind die Salze der Phosphorsäuren und können von der Pflanze verarbeitet werden. Als Adenosintriphosphat (ATP) dienen sie den Pflanzenzellen etwa als Energieträger. Um aufgenommenes Phosphat zu speichern, wandeln Pflanzen es in die Säure Phytat um, die in den Vakuolen gespeichert werden kann.

Phosphit hingegen ist das Salz der Phosphonsäure (H3PO3). Ein aktuellerer Begriff für diesen Stoff ist Phosphonat. Als Kaliumhydrogenphosphonat und Natriumhydrogenphosphonat wird es als Fungizid mit einer systemischen Wirkung eingesetzt. Eine ähnliche Wirkung kann auch mit Kaliumphosphit erreicht werden, wobei dieses damals nicht als Fungizid eingestuft wurde. Vor allem im ökologischen Weinbau fand es aufgrund einer guten Wirkung gegen Oomyceten, wie Perenospora („falschen Mehltau“), Verwendung. Aber auch im ökologischen Kartoffelanbau wurde diese Alternative zu Kupferpräparaten gegen Phytophthora infestans eingesetzt.

Dies war bis zum 30. September 2013 möglich, da Kaliumphosphonat bzw. -phosphit bis dato in vielen EU-Staaten nur als Pflanzenstärkungsmittel und Blattdünger geführt wurde. Die bisherige Klassierung als Pflanzenstärkungsmittel erscheint gerechtfertigt, da Phosphonsäure in der Pflanze nicht nur den Pilz direkt bekämpft, indem es den P-Stoffwechsel der Pilze hemmt, sondern auch pflanzeneigene, komplexe Abwehrmechanismen aktiviert. Dies geschieht durch die Bildung von Phytoalexinen und der Mobilisierung pflanzlicher Abwehrkräfte, also einer systematisch erworbenen Resistenz. (JKI 2010)

Die Klassifizierung als Düngemittel erscheint jedoch ungerechtfertigt, da Phosphonat unter den reduktiven Bedingungen innerhalb der Pflanze, sehr persistent ist und so nicht als Nährstoff dienen kann. Es konnte wissenschaftlich keine direkte Düngewirkung nachgewiesen werden. Auch ein enzymatischer Abbau in Phosphate ist innerhalb der Pflanze nicht möglich. Vielmehr führt eine Phosphonat-Behandlung während einer Phosphat-Mangelsituation sogar zu verstärkten Mangelsymptomen! Da innerhalb der Pflanze kein Abbau von Phosphonaten stattfindet, sind in behandelten Ernteprodukten oft hohe Rückstandsmengen zu finden. (JKI 2010)

Am 1. Oktober 2013 erfolgte schließlich eine EU-weite Zulassung dieses Wirkstoffs als Pflanzenschutzmittel. Folglich gilt es nicht mehr als Pflanzenstärkungsmittel oder Dünger und darf deshalb aktuell nicht von EU-Öko-Betrieben verwendet werden. Ein Einsatz von Phosphonaten bzw. Phosphiten zum Pflanzenschutz ist jedoch in konventionellen Betrieben möglich.

Zur P-Düngung sind diese Produkte jedoch gänzlich ungeeignet. Da die Phosphat-Blattgehalte sehr gering sind (ca. 10% im Vergleich zu Kalium), ist die phosphatbasierte Blattdüngung jedoch ein effizienter Weg, mit wenig Düngemitteleintrag, einen P-Mangel zu verhindern oder zu beheben.

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

Tel.-Nr.:            +49 173 7627701
E-Mail:              skuebeck@unifer.de